Sonntag, 13. September 2009

Der Gastfamilien- und Projektwechsel

Bei unserer Ankunft in Kampala gab es sehr viel neues zu entdecken und ich war so kaputt vom Flug, dass ich erst einmal mit all dem neuen überfordert war! Die ganzen Wellblechhütten an den "Straßenrändern", also Huckelpisten geben wirklich ein ungewöhnliches Bild ab!
Naja, auf jeden Fall kamen wir dann auch mal bei unserer Gastfamilie an! Eine mittelständische Familie mit vier Kindern! Die Gastmama Emily war sehr nett und hat sich gleich als unsere afrikanische Mama vorgestellt- wie süß!










Wir (Lisa, meine Projektpartnerin und ich) hatten uns das Haus ein wenig anders(europäischer) vorgestellt, doch alles in allem war es dort sehr gemütlich und kuschelig eng!
Wir hatten ein 10qm großes Zimmer mit zwei Betten und einem kleinen Schrank! Lisa, die nur 1,60m groß ist, hatte sogar schon Probleme in ihr Bett reinzupassen, zum Glück war meines normal groß!

Außerdem hatten wir dort unser eigenes Bad, dass mit einem Vorhang von unserem Schlafzimmer getrennt war! Doch das gewöhnungsbedürftige an diesem Haus war, dass es außer im Wohn- und Elternschlafzimmer keine Decken gab!
Das heißt nach 2m hörten die Wände auf und wir hätten dort super Federball spielen können. Das Problem war nur, man hört jedes kleinste Geräusch! Und nachdem die Gastfamilie immer um 23h noch einmal das Kochen angefangen hat, war das eine ungewöhnliche Geräuschkulisse zum Einschlafen!


Naja, daran hätte man sich ja noch gewöhnen können....
Und durch diese Konstruktion des Hauses, waren natürlich meine Schreie bei der ersten eiskalten Dusche am Morgen nicht zu überhören! Die Gastfamilie hat sich köstlich amüsiert....
Beim Frühstück haben wir dann auch den Gastvater Richard kennen gelernt, der im Gegensatz zum Rest der Familie sehr offen und europäisch war! Den Tag über waren wir unterwegs und als wir abends heimkommen, hat uns die Familie herzlich begrüßt!
Doch als ich bemwerkt hatte, dass der Vater sturtz betrunken war, war es auch schon zu spät, da er mich versucht hatte zu küssen!
Geschockt über dieses Verhalten am !allerersten! Tag, haben wir am nächsten Tag gleich unsere Organisation angerufen, die uns geraten hat, die Gastfamilie zu wechseln! Dies war auch gar kein Problem. Der Wechsel erfolgte innerhalb von 48h!
Das gravierende Problem an der Sache war, unsere Gastmama war gleichzeitig unsere Chefin! Also haben wir mit unserem Mentor Leo uns einen anderen Grund für den Wechsel einfallen lassen, damit wir noch problemlos mit ihr hätten ein Jahr arbeiten können!
Wir haben einfach gesagt, dass sich mehrere Deutsche zusammen ein Haus mieten und wir dort auch gerne wohnen möchten, weil es dann für alle Beteiligten günstiger werden würde und wir abends uns einfacher treffen könnten zum ausgehen und dass wir unseren Unterricht leichter zusammen vorbereiten könnten! Die Gastmama hat erstaunlich ruhig reagiert und uns auch gesagt, dass sie uns verstehen kann! Tja, ... Pustekuchen!
Am nächsten Tag ruft uns unsere Organisation an um uns mitzuteilen, das wir gekündigt sind! Ich dacht ich spinne! So viel zur Ehrlichkeit der Afrikaner...
Naja, unser Mentor Leo (ein Einheimischer) hat uns dann alles erklärt: sie war nur bereit mit uns zu arbeiten, wenn sie auch dass Essens- und Wohngeld für uns vom deutschen Staat beziehen kann, jetzt hat sie uns durch zwei Briten ersetzt. Naja, kann man nix machen außer ein neues Projekt suchen... Das hat zum Glück auch innerhalb von 2Tagen geklappt!
Also obwohl ich im Vorraus oft über meine Organisation geschimpft habe, ist sie im Ernstfall super!
Wir wohnen jetzt in einer Anlage in einem Guesthouse! Diese Anlage gehört dem reicheren Mann Ugandas, "Mr. Sabana", der 2006 als Präsidentschaftskandidat angetreten ist. Die Zimmer aber sehr einfach und schlicht gehalten und wir haben des öfteren Stromausfälle! Am Anfang (jetzt immer noch ein wenig) haben wir uns nicht so wohl gefühlt, weil wir ja eigentlich nach Uganda gereist sind, um in armen Verhältnissen zu leben und jetzt so was! Naja, aber jeder, der mich kennt, weiß, dass ich mich über den Pool hier wahnsinnig freue! Aber einem wird hier alles gemacht, wenn man nicht schneller ist als die Angestellten!
Aber wenigstens die Wäsche haben wir bisher immer selber in einer dreistündigen Prozedur mit kaltem Wasser, einer Chemiekeule und per Hand gewaschen! Das ist vielleicht anstrengend und danach habe ich immer Rückenschmerzen!
Unser neues Projekt ist nur 300m von zu Hause entfernt, eine Schule, die durch eine private Initiative gegründet wurde! Diese Schule wird von 84Kindern aus der "Comunity" besucht, das heißt sie kommen aus den umliegenden Slums! Da diese Schule aufgrund der privaten Initiative nicht vom Staat gefördert wird, werden wir dort umso dringender gebraucht. Ich freue mich schon auf meine Aufgaben in dem Projekt!

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