Dienstag, 29. Dezember 2009

Die deutsche Filmwoche

Hallo ihr, erst einmal Frohe Weihnachten nachträglich. Ich war mal wieder sehr busy, aber letzendlich hab ich ja doch noch ma Zeit gefunden.
Wie schon oft am Telefon berichtet, war in der letzten Novemberwoche die deutsche Filmwoche. Das heißt, es liefen von Montag bis Sonntag jeden Tag deutsche Filme mit englischen Untertiteln. Darunter waren Filme wie Sommer vorm Balkon, Herr Lehmann und Gegen die Wand. Samstag und Sonntagvormittag gab es das Kinderprogram wie Die wilden Kerle.Alles in allem war die Woche sehr anstrengend, wobei die deutsche Sprache und deutschen Drehorte zwar schöne Erinnerungen hervorgerufen haben, doch das berühmte Heimweh kam auch nicht zu kurz. Vor allem wurde es durch folgende 4Ereignisse erheblich geprägt:

1. Eine via (meine Entsendeorganisation)- Freiwillige wurde am Freitag Abend vor ihrer Haustür niedergeschlagen. Nachdem sie mit ihrer Mitbewohnerin ausgegangen war, nahmen sie ein Boda (Taxi Motorrad), welches sie nicht direkt bis zur Haustür gefahren hatte. Als sie dann bis zur Haustür liefen, wurden sie schon verfolgt. Sie riefen ihre Gastmutter an, damit sie ihnen das Gate öffnen würde. In dieser kurzen Zeitspanne kam der Verfolger direkt auf sie zu und fragte zunächst nach Geld. Als die Freiwillige ihm dies verweigerte, wollte er ihr Handy, doch das überließ sie ihm auch nicht. Und schon wurde ihr eine Flasche über den Kopf gezogen. Eine knapp 10cm lange Platzwunde am Kopf wurde daraufhin im Krankenhaus ohne Betäubung genäht!
Ihre Mitbewohnerin hatte in dem Fall nur Glück, dass ihre Tasche mit allem Hab und Gut schon vorher am Abend ohne Gewalt geklaut worden war. Für die Freiwillige bleibt der Schock und ein gutes Stück abrasiertes Haar mit Wunde am Kopf.
2. Ein via-Freiwilliger war auf der Masaka Road unterwegs, die Straße die nach Ruanda führt. (Hab ich eine Woche später benutzt) Diese Straße ist in einem sehr schlechten Zustand, das heißt mit Schlaglöchern übersät und teilweise nicht geteert. Dementsprechend war die Fahrt sehr holprig. Als jedoch noch Sandstaub mit ins Spiel kam, wurde ein Unfall verursacht. Ein Baby wurde aus dem Fenster geschleudert, sofort tot. Weitere Insassen sind durch die Windschutzscheibe gefallen. Dem deutschen Freiwilligen ist nur nichts passiert, weil er direkt in der Mitte des Sammeltaxis saß.
3. Von meinem Mitbewohner ist in Deutschland einer seiner besten Freunde bei einem Autounfall ums Leben gekommen.
4. Die krasseste Geschichte: Eine via- Freiwillige war am Mittwoch Nachmittag in der Stadt unterwegs. Ich hatte sie noch getroffen, kurz gequatscht, dann ist sie auf ein Boda (Taxi- Motorrad) gestiegen. Dieser Fahrer sollte sie zum andern Ende der Stadt bringen, zur Kanyanya WG (Wohngemeinschaft). Auf der Fahrt hielt sie sich wie üblich am Fahrer fest, doch auf einmal bemerkte sie, dass dieser am ganzen Körper vibrierte. Zum Glück fuhren sie gerade langsam und fielen deshlab wie in Zeitlupe um. Als sie realisierte, dass sie einen blutüberströmten Boda-Fahrer in den Händen hielt, wurde sie von einem anderen Fahrer zur Seite genommen und ganz schnell umsonst nach Hause gefahren. Der erste Fahrer wurde während der Fahrt in die Halsschlagader geschossen, sofort tot. Und sie saß nur ein paar Centimeter von ihm entfernt, der Schütze konnte gut zielen....und ein Portion Glück ist bestimmt auch dabei gewesen!
So das war bisher einer der schlimmsten Wochen hier in Kampala. Aber ich hab mich ma wieder gut abgelenkt und bin für eine Woche nach Ruanda gereist.

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