Dienstag, 19. Januar 2010

Die Vorweihnachtszeit

Ja jetzt wird’s ernst… Wie wird wohl das erste Weihnachten ohne die Familie in Deutschland?Advent kennen die Ugander schon einmal nicht…aber das war kein Problem, schließlich war ich am ersten Adventswochenende mit Camilla und Annabelle zusammen in Ruanda bei herrlichem Sonnenschein, wo wir ein paar Gendenkminuten an unsere Familien in Deutschland eingelegt haben. Das Wetter passte ja schon mal gar nicht zur Vorweihnachtszeit…

Genauso wenig wie die hässlichen Plastikweihnachtsbäume, die in allen Farben blinken und genauso wenig wie Jingle Bells bei über 30°, aber gut. Trotzdem wurden wir nicht verschont und bei jedem Einkauf, egal wo, so herzlich weihnachtlich empfangen. Die Dreheingänge bei Supermärkten wurden mit Plastikgrün und Lametta wundervoll geschmückt.
Passend zu unserer Weihnachtsfeier im Projekt hatten Lisa und ich uns überlegt, dass wir den Kids eine Freude mit deutschen Plätzchen machen wollen. Und da das DED- Guesthouse, wo ein paar Freunde von uns wohnten, über einen Ofen verfügt, war das Plätzchen backen gesagt und getan. Noch ein paar Rezepte googeln und schon konnt`s losgehen. Wir fingen um 17h an und es ging bis in die Nacht, doch das Ergebnis hat sehr gut geschmeckt. Außerdem haben wir dem Babies Home eine große Freude damit bereitet, und wir hatten mindestens genauso großen Spaß beim backen.



 
 

Da ich in meinem Projekt mit vielen kleinen Babies arbeite, wurde ich natürlich nicht von deren Krankheiten verschont. Nein, ich hatte mich beim Windeln wechseln mit Durchfall angesteckt. Wunderbar…. Erst, dachte ich, würde ich es noch alleine in den Griff bekommen, doch am Sonntag, den 20. Dezember war ich völlig am Ende. Das hieß um 9.00h ein Krankenhausbesuch. Ich schilderte dem Arzt, dass ich schon seit einer Woche Durchfall habe und dieser war schon ein wenig entsetzt. Er gab mir Medikamente und bis zum Abend sollte es schon besser sein. Es war ein indisches Krankenhaus, das hieß es war eine sehr lustige Prozedur bis ich meine Medikamente bekommen hatte, denn erst musste noch mit Räucherstäbchen gebetet werden. Aber gut…. Ich sag nur Afrika. Zuhause angekommen war ich halbstündig auf dem Klo und hatte alle Medikamente wieder ausgekotzt. Also um 15h wieder zum Krankenhaus, diesmal mussten wir ein Special Hire Taxi (ein Taxiauto, sehr teuer) nehmen, weil mein Kreislauf schon dementsprechend am Ende war. Dort angekommen hatte die Empfangsdame mich sofort wiedererkannt, sodass ich gleich ohne Räucherstäbchenprozedur behandelt wurde. Ich habe die folgende Nacht im Krankenhaus am Tropf verbracht, doch wenigstens ging es mir sofort besser als ich via Tropf meine Medikamente bekommen hatte. Am nächsten Morgen bekam ich Besuch von meinem Mitbewohner mit einer Flasche Cola und Chips. Nach langem Warten und hin und her, diesmal wieder ohne Räucherstäbchenprozedur, wurde ich dann entlassen. Seitdem bin ich von Durchfall befreit und top fit.
So fit, dass ich beschloss meine 4 weißen Hosen einzufärben. Dafür war ich mit einer via Freiwilligen auf dem Ovino Market unterwegs, die damit schon Erfahrung hatte. Also hab ich mir dunkelgrünes Pulver gekauft um khakigrüne Hosen als Ergebnis vorzufinden. Doch nix da… Ich schütte auf dieses Pulver- Hosen- Gemisch Wasser drauf, und was passiert? Ich hab komplett lilane Kleidung. Zudem musste ich die Pampe auch noch mit bloßen Händen anfassen, sodass großes Gelächter und gute Fotos entstanden. Ich war von oben bis unten lila. Ja bis wir dann erst einmal das richtige Entfärbemittel gefunden hatten. Erst gabs ein schönes Parafinbad für die Hände, erfolglos… ich dachte schon das geht nie mehr ab… doch zum Glück gibt’s Sagrotan… Das hat geholfen… Nachdem dann alle Mitbewohner mal an mir rumgeschruppt hatten, war ich wieder ansehnlich und ich hab mich am gleichen Tag in die Stadt getraut.



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